Donnerstag, 19. Februar 2009

Herdenerweiterung

bzw. jetzt habe ich eine. Heute bin ich quer durch Holland gekurvt, um den modernen Kollegen zu meiner alten Ziege zu holen. Jaaaaa, ich weiss, es wäre einfacher gewesen, wenn ich das Teil mir hätte schicken lassen, aber so bin ich mal rausgekommen und habe zwei ganz interessante Menschen kennen gelernt.

Joke, da war ich eigentlich von ausgegangen, dass es ein Mann ist, und ihr Lebensgefährte sind so richtige Althippies, in einem gaaaanz niedlichem kleinen Hexenhäuschen mit einer Horde von Pflegekindern aus aller Herren Länder. Gut, ihr Mann trug zwar das Haupthaar kurz, aber hatte einen ziemlich langen Rauschebart. Das Häuschen vollgestopft mit jeder Menge antiken Kram, Spinnrädern, Büchern, Filme, CDs, Figuren etc. pp. - und einige Holzkisten, die schon gut für den MA-Markt zu gebrauchen wären. Joke verkauft hauptsächlich diese Dinge, um Menschen zu unterstützen, die keine Krankenversicherung bezahlen können. In Holland läuft das Gesundheitssystem nämlich noch etwas anders, z. B. gibt es nicht die Pflichtversicherung wie in Deutschland. Darüber hinaus muss man zuerst zum Hausarzt gehen, in dessen Ermessen liegt es, ob man zu einem Spezialisten geschickt wird, oder ob der Hausarzt erst mal selbst doktort.

43 Kinder haben die beiden grossgezogen, dabei 3 leibliche, Respekt, Respekt.

Nachdem ich dann so eine kleine Odyssee durch Holland durchgemacht hatte (nächste Anschaffung wird definitiv ein Navigationssystem mit Kartensatz für Holland!), und ich erst mal IN Amsterdam gelandet bin, statt in dem kleinen Nest 20 km südlich davon, und eineinhalb Stunden später als geplant habe ich dann das Schätzchen entgegengenommen. Nach einer guten Tasse Tee und einem Stück lecker süssen Brot bin ich dann wieder quer durch die Niederlande aufgebrochen. Vorbei an Kanälen, Klappbrücken (oder wie auch immer diese Brücken genannt werden), Windmühlen und so einigen Wolllieferanten, wo ich mir auch gerne den einen oder anderen noch ins Auto gepackt hätte. Leider mäht mein Vater lieber seinen Rasen mit dem Rasenmäher statt ihn mähen zu lassen. Das verstehe ich ja gar nicht, dabei sind die sooo dekorativ!

Jetzt bin ich wieder zu Hause mit meiner Belohnung für die harte Arbeit in der Spülküche und am Putzlappen. Bin mal gespannt, ob die Herde sich versteht, ich werde dann entsprechend berichten.

Ach ja, so sieht dann der Zuwachs auch aus:



Dann muss ich gleich mal schauen, ob ich für das neue Schätzchen kardiertes Futter habe....

Montag, 16. Februar 2009

Schnurrt wie ein Kätzchen ....

... mein kleines altes Zieglein. Was ein wenig Nähmaschinenöl, Lederfett und Holzpolitur bei einem Spinnrad so alles bewirken kann. Sogar der Riemen springt nicht mehr ab - das sage ich aber lieber nicht zu laut. *pssssst*

Dieser Tage bekommt das Zieglein dann modernen Zuwachs, dann hole ich nämlich in Holland ein modernes Spinnrad ab, Frau kann ja nicht genug davon haben. *freu*

BTW: Ich glaube, da wartet dann noch ein Berg Wolle darauf, gekardet zu werden, damit das Zieglein und sein neuer Kollege was zum Verarbeiten haben. Ich glaub, ich brauche da mal ein gescheites Kardiertier...

Freitag, 2. Januar 2009

Warten auf Godot oder fleissiger Spinntag

Dabei meinte ich aber nicht rumspinnen, sondern Wolle verspinnen. Während ich auf dringende Anrufe wartete, habe ich mich mal endlich wieder dem Wolleverspinnen gewidmet, um mal mit der grauen Wolle vom Oktober fertig zu werden. Leider habe ich vor zwei Tagen beim Kardieren festgestellt, dass ich das letzte Viertel der Wolle entsorgen musste, da sich dort Untermieter eingenistet hatten, bäh!!!

Gestern abend habe ich dann schon fleissig versponnen und zum ersten male gezwirnt. Rausgekommen sind eine volle Haspel mit zweifädig verzwirnten Garn, eine volle Spule zweifädig verzwirntes (rechts) und eine Spule einfach versponnenes Garn.



Und dann hat Caeci sich mal kreativ betätigt und ein "Effektgarn" kreiert, sprich: Ich habe das ziemlich knubbelig versponnene Garn vom vorletzten Jahr, das ich mit Krapp gefärbt habe, genommen und mit dem grauen Garn verzwirnt. Mal sehen, was ich daraus noch mache.



Darüber hinaus habe ich die letzten freien Tage des letzten Jahres genutzt und mein Wohnzimmer umgebaut. Jetzt habe ich an der Dachgaube einen richtig schönen Arbeitsbereich, wo ich auch endlich mal eine Wand für den Gewichtswebstuhl freigeräumt habe. Der muss allerdings noch aufgebaut werden. Das wollte ich dann letztes Jahr doch nicht mehr machen.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Das ultimative Beruhigungsmittel

Ich habs endlich gefunden!!!! Und zwar spinnen, spinnen, spinnen. Nein, nicht rumspinnen, sondern Wolle verspinnen. Meine Freundin Ruth hat mir eines ihrer modernen Spinnräder zum testen geliehen, ein ganz anderes Arbeiten als mit meinem alten Schätzchen - wobei, mal Knoten ins Gehirn machen, ich sollte das Schätzchen vielleicht mal ein wenig ölen, dann läuft es vielleicht auch mal runder.

Mit dem Kardenband stehe ich allerdings noch auf Kriegsfuss, ich kann eher das lockere Flies verarbeiten, aber das Kardenband kriege ich auch noch klein. Hab ja Zeit, ist ja Winterpause *gacker*. Heisst allerdings auch im Klartext, ich kann meine Wolle fürs Projekt prima verarbeiten, *freu*.

Also zurück zum Spinnen. Auf Ines Geburtstagsspinnen habe ich den lieben langen Tag an besagtem geliehenen modernen Spinnrad gesessen und die gesamte Spule vollgesponnen - und Tribut gezahlt. Am Ende des Tages hatte ich eine ziemlich dicke Blase am rechten Zeigefinger. Momentan kann ich es nicht erwarten, dass diese abheilt, damit es weitergehen kann. Naja, schwinge ich dann halt noch ein wenig die Handkarden. Bild von der vollen Spule folgt noch, damit man mir das auch glaubt.

Spinnen kann eine echt beruhigende Wirkung haben, oooooommmmmm, ich ruhe ganz in mir selbst, jede Zelle meines Körpers ist glücklich, nichts kann mich stressen. Ideale Voraussetzungen für die kommende Saison 2009.

Montag, 6. Oktober 2008

Bilanz zum baldigen Ende der Saison

.... fällt ziemlich mau aus, hauptsächlich aus den bereits genannten Gründen, *seufz*.

Wenigstens habe ich mal angefangen, ein Band mit handversponnener Wolle gemischt mit Sockenwolle zu weben, was sehr mühselig ist. Die versponnene Wolle ist nämlich nicht gezwirnt, was bedeutet, dass sie nicht sehr viel Spannung aushält und sehr schnell reisst. Das heisst, die nächste Wolle auf jeden Fall viiiiel feiner verspinnen, damit dann das Garn verzwirnt werden kann. Durch die z. T. doch recht schwangeren Regenwürmer ist das Muster des Bandes auch ein wenig unregelmässig geworden:



Und noch eine Lektion habe ich diesen Sommer gelernt: Den Rocken am besten nie unbeobachtet im Lager stehen lassen und schon gar nicht als Abspannung für den Zelteingang nehmen. Denn durch das ständige achkindfassmalan und zieh und zubbel dran rum von diversen Marktbesuchern sieht dieser ziemlich traurig aus, eine Schande um die mühevolle Arbeit, die drin steckt:

Sonntag, 28. September 2008

Caeci's Wassersocke

Huld, jubel, ich habe mal ein Projekt zumindest zur Hälfte fertig, sprich: eine Wassersocke vollendet. Das war aber wahrscheinlich auch nur mal möglich, weil ich mit den Wupperspinnerinnen Zugsocking gemacht habe. Heisst so viel wie, man guckt sich ein Ziel aus, was man mit der Bahn erreicht, trifft sich unterwegs und im Zug wird gestrickt, gelacht, gelästert, dat janze Weiberprogramm halt. Am Ziel angekommen gibbet dann auch Gestricksel, Gelache, Geläster und so der eine oder andere Kaffee, Prosecco o. ä.

Auch wenn die Socke ein wenig seltsam aussieht, aber sie passt. Vielleicht habe ich ja auch mittlerweile Trollfüsse vom ganze Gelatsche über die Märkte, wer weiss das schon.




Mittwoch, 17. September 2008

Ja, ich lebe noch


.... ganz in Farbe und 3D und bin noch nicht vom Fleisch gefallen, trotz aller Kochdesaster. *gacker*

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich diese Saison so gar nichts recht geschafft habe - ausser mir noch mehr Arbeit. Ich habe nämlich meine bestickten Kissen gewaschen - die sich natürlich verfärbt haben. Kein Problem, dachte ich mir, es gibt ja Entfärber - jetzt kann ich alle roten Fäden neu sticken, die sind nämlich mit ausgefärbt. So viel zum Thema, wie mache ich mir selbst mehr unnötige Arbeit.

Dazu kommt dann noch, dass ich sehr beschäftigt war mit alten Lover rausschmeissen, neuen Lover bei Laune halten, Wohnung peu à peu entrümpeln und renovieren (woran ich immer noch arbeite), diverse Markttermine nicht so wirklich zu irgendetwas gekommen bin.

Die Saison nähert sich ja jetzt dem Ende und ich versuche - Achtung, ältester Witz unter Reenactors - meine Winterpause mit Arbeit zu füllen. Schaun mer mal.

Derzeit mache ich mal ein wenig anderes, ich versuche nämlich, diverse Strickufos zu vollenden und neue zu beginnen. Ich bin im Wupperspinnerforum auf eine Yahoogroup gestossen, die in einem Knitalong Wassersocken stricken und zwar jede Woche ein kleines Stück mehr. Wassersocken, ja warum Wassersocken? Sie werden in Blautönen gehalten und haben bisher ein nettes Wellenmuster. Ich habe direkt mal beide Socken gleichzeitig angefangen, eine auf Holz-, die andere auf Metallsocken. Ich kann nur sagen, dass mit Holznadeln schöner zu stricken ist. Die Wolle gleitet besser über die Nadeln, zudem schmerzen mir die Finger mittlerweile, wenn ich mit Metallnadeln arbeite. Ich denke, ich werde wohl über kurz oder lang komplett auf Holznadeln umsteigen.