Samstag, 31. Dezember 2011

Jahresschau 2011

Rapante hat die entspannten Weihnachtstage mehr als gut überstanden, hach, es hätte noch ein wenig länger Weihnachten sein können. Dieses Jahr habe ich mich - so gut es eben ging - nicht von Stress und Hektik auffressen lassen. Da ich recht früh schon alle Geschenke beisammen hatte, war es einfacher, die doch eigentlich schönste und besinnlichste Zeit im Jahr zu genießen.

Pünktlich zu Heiligabend wurde dann auch das Geschenk für meine Mutter fertig. Ein Hauch von nichts aus Mohair und Seide, handgefärbt von der Frechener Wolloase. Verziert mit passenden Rocailles und wirklich seeeeehr leicht, aber seeeeehr warm. Der Rundschal wird derzeit schon fleißig getragen, da er den Hals mehr als schön warm hält:


Neben zahlreichen Socken etc. pp. ist auch ein Projekt nochmals aufgezogen und neu gestrickt worden. Da meine Raglanjacke nicht so wirklich sitzen wollte, half es nichts. Sie musste bis zu den Ärmeln aufgezogen und neu gestrickt werden. Allerdings brauchte ich dafür dann auch zwei Anläufe, bis das gute Stück dann endlich richtig sass. Leider ist aus dem V-Ausschnitt ein Rundausschnitt geworden, lässt sich aber nunmal nicht ändern. Jetzt macht es Spass, das gute Stück zu tragen.


Besonderen Spass zu tragen macht auch ein wunderhübsch gehäkeltes Weihnachtsgeschenk einer lieben Freundin - an dieser Stelle nochmals vielen herzlichen Dank dafür an die Queen, die einfach nur genial häkeln kann. Ein wunderschöner Schulter- und Halswärmer hat sie für mich gezaubert, mit einer sehr schönen Kante aus gehäkelten Kleeblättern. Geschlossen wird der schöne Schulterwärmer mit einer gehäkelten Blüte:


Seit Weihnachten macht es auch richtig Spass, spinntechnisch in die Pedale zu treten, denn ich habe für mein Louet S10 einen Schnellspinnflügel nebst passenden Spulen gekauft. Jetzt ist es mir möglich, in den Geschwindigkeiten 1:15, 1:9,5 und 1:6,5 zu arbeiten, und es macht schon riesigen Spass. Stolz kann ich schon mal das Ergebnis eines Weihnachtsabends präsentieren:


Da der Schnellspinnflügel wesentlich schmaler ist als der normale Spinnflügel, geht wohl auch weniger Wolle auf die Spule, aber immer noch genügend, um entspannt große Mengen Wolle für Pullis etc. zu verarbeiten.

Arbeitstechnisch rückblickend lässt sich über 2011 Folgendes festhalten:

Es wurden gestrickt:

3 Mützen
2 Paar Handstulpen
10 Paar Socken
4 Tücher
2 Jacken
2 Pullover
1 Paar Handschuhe
2 Rundschals

Versponnen wurde:

368 m Merino-Leinen mit Isländer Polarfuchs gezwirnt
296 m Neuseelandlamm
1.100 m Merino/Seide mit Isländer Polarfuchs gezwirnt
158 m seidenmalgefärbte Wolle mit Isländer Polarfuchs gezwirnt
und außerdem 5 große Spulen seidenmalgefärbte Wolle mit Jacob verzwirnt


Die Anzahl der in 2011 gesammelten Banderolen von verstrickter Wolle kann sich auch sehen lassen: Ganze 41 Stück sind in diesem Jahr zusammengekommen, dazu kommen noch ca. 1.200 g handgesponnene Wolle, die ich zu Jacke und Pulli verstrickt habe:



Dafür, dass ich ja nun berufstätig bin und seit dem Herbst ein Studium noch nebenher absolviere, ist die Menge doch schon beachtlich, was ich so geschafft habe. Ich bin stolz auf mir.

Was lässt sich noch über 2011 sagen? Mit kleinen Unterbrechungen war das Jahr im großen und ganzen doch recht entspannt. Beruflich hätte maches besser laufen können, aber das ist ja immer so. Als Mitarbeiter einer Zeitarbeitsfirma kann man sich die Kunden nicht immer aussuchen, aber ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag, was heutzutage einem 6er im Lotto gleich kommt. Die Personalreferenten sind superfreundlich und bemüht um einen, und ein Auftragsende ist nicht gleich eine Kündigung. Schön ist auch, dass ich nur 2,5 Wochen dieses Jahr auf staatliche Gelder angewiesen war, es ging recht schnell weiter im Text.

Nicht so schön war das Ende der letzten Festanstellung. Wenn man 2,5 Jahre lang seinen Job gut macht (und deswegen auch fest eingestellt wurde), dann ist es schon bitter, wenn es heisst, man sei nicht qualifiziert, weil man kein Studium vorweisen kann. Daran arbeite ich aber ja seit dem Herbst auch schon, denn ich studiere an der FU Wismar - bzw. im Fernstudium entspannt von zu Hause aus - Wirtschaftsrecht. Das Studium macht Spass und ist interessant. Gewöhnungsbedürftig sind die Vorlesungen für VWL und BWL in Englisch, aber auch das ist schaffbar für mich.

Ansonsten hatte ich zwei wunderschöne Urlaube in Schottland und Schwarzwald, wo ich im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder hinfahren werde. Zumindest die Fähre nach Schottland für kommendes Jahr ist schon gebucht, ich freue mich schon so darauf! Kein Urlaub war bisher entspannender als der mit Ruth zusammen. Einfach mal genießen und stricken und Schafe und grün und Tee - hach! An dieser Stelle auch nochmals vielen lieben Dank für den tollen Urlaub.

Meine Überdosis Mittelaltermärkte aus den vorletzten Jahren habe ich dieses Jahr sehr gut abgebaut, so dass ich mich schon auf die kommende Saison so richtig freue. Es werden zwar noch ein paar neue Untergewänder und Obergewänder fällig, und ein wenig an der Ausstattung möchte ich auch noch feilen (schließlich habe ich jetzt einen genügend großen Wagen, der die Lasten auch besser wegsteckt als das alte Fiasko). Die Planung läuft schon an, und es juckt mir schon in den Fingern, mal wieder was Neues zu sticheln.

Auch in Hinblick auf neues modern Gesticheltes habe ich schon neue Ideen im Kopf, mal sehen, dass ich mir die Zeit im kommenden Jahr nehme, diese umzusetzen.

Was mir sehr oft dieses Jahr begegnete, sind überzogene Vorstellungen und Anforderungen von Mitmenschen, sei es in der Reklamation von Urlaubsreisen, sei es das Ravelry-Treffen oder auch andere Themen. Das hat mir noch mehr gezeigt, wie wichtig und schön doch die einfachen Sachen sein können, z. B. strickend am Strand zu sitzen oder einen leckeren Glühwein in Ruhe auf dem Weihnachtsmarkt trinken. Vor allem aber habe ich mir aus diesem Themenkreis heraus für 2012 vorgenommen, dass ich mir die Schuhe nicht anziehe und auch nicht die Nanny für die Allgemeinheit gebe. Denn das ist nur Energieverschwendung.

Auch habe ich in diesem Jahr schlechte Einflüsse von anderen abgeschüttelt. Ich habe erkannt, dass es nichts bringt, mit sich zu hadern und Energievampieren und Ideenklauern immer wieder eine Chance zu geben. Tabula Rasa macht einen selbst sehr frei und hält auch den Kopf frei von störenden Gedanken. Für 2012 habe ich mir vorgenommen, genauer auf meine Mitmenschen zu schauen und solches Verhalten im Keim zu ersticken (hoffen wir, dass es mir gelingen möge).

Zusammenfassend ist zu sagen, dass ich auf ein doch recht entspanntes Jahr zurückschaue, mit viel Arbeit, aber auch viel Spass an der Sache. Für 2012 wünsche ich mir auch viel Spass an den Sachen, die ich angehen will, genügend Zeit für meine Studien, für Freunde, für meine Stubentiger und mich. 

In diesem Sinne wünsche ich allen einen entspannten Jahresausklang und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2012. Viel Glück, Gesundheit und vor allem Zufriedenheit.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Rapante auf Reisen Teil 2 - Schwarzwald

Ich hatte das verlängerte erste Oktoberwochenende (ja ich weiss, ein bisschen her schon) genutzt und einen kleinen Trip in den Schwarzwald gemacht. Manchmal braucht frau eben mal einen Tapetenwechsel, und im Schwarzwald gibt es viele schöne Bauernhöfe zum Übernachten.

Gebucht hatte ich den Hänslehof in Elzach/Kinzigtal. Eine wirklich sehr schöne Gegend. Angekommen am Hof, wurde ich erst mal von Freddy, dem Hofhund empfangen, der auch immer beim Frühstück dabei sitzen musste.


Wie man sich denken kann, war Freddy nicht das einzige Tier auf dem Hof, es gab noch Katzen, Ziegen, Kühe und Hühner. Alles eingebettet in einer schönen Landschaft mit schönen Bergen drum herum.

 

Das Wetter an diesem Wochenende war einfach nur herrlich schön, so dass es natürlich auch noch genutzt werden musste. Also ist Rapante losgezogen und hat schon nach kurzer Zeit eine Stelle gefunden, die doch der schottischen Landschaft sehr ähnlich war, und das nicht nur wegen der Schafe. Damit fühlte ich mich dann direkt heimisch.

 

Am Sonntag bin ich dann den Huberfelsen ein ganzes Stück hochgekraxelt und habe einfach den ruhigen Wald genossen.


 
 

Sonntags bin ich dann zum Freilichtmuseum Vogtsbauernhöfe gefahren. Ähnlich wie in Kommern hat man hier auch Häuser am Originalstandort Stück für Stück abgebaut und im Museum wieder aufgebaut. Eine sehr schönes Museum mit vielen urig eingerichteten Bauernstübchen. Und mit Spinnrädchens, die ich schon fast hätte mitnehmen können, nicht zu vergessen die Bandwebrahmen. So einen ganz großen Webstuhl wäre ja auch noch was, Platz hätte ich ja genug im Wohnzimmer, *g*. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Und in der Zwischenzeit wurde auch wieder fleissig genadelt, ein paar Socken aus herrlicher Bambussockenwolle, handgefärbt von der Frechener Wolloase und ein Sommerpullover (der nächste wird bestimmt kommen) aus Baumwolle sind mir von den Nadeln gehüpft.

 

Derzeit läuft die Weihnachtsproduktion schon an - zum Glück sind es in diesem Jahr nicht große Teile, sondern recht kleine, die schnell genadelt werden können. Sogar die Socken in Größe 44, genadelt mit 6-facher Sockenwolle gehen recht schnell.

Insofern wünsche ich allen eine entspannte und schöne Adventszeit und genügend Ruhe zum Durchatmen (wirklich wichtig und richtig in dieser Zeit). Einfach mal einen Gang zurückschalten und den Glühwein oder Tee genießen, sei es draußen auf dem Weihnachtsmarkt oder drinnen in der Stube.



Warten wir noch ein kleines Weilchen, dann ist Weihnachten ...

Montag, 14. November 2011

Rapante in action - German Ravelry Meeting 2011 in Frechen oder auch was vom Tage übrig blieb

Ja, das Ravelry Meeting in Frechen - was blieb übrig? Die erste Idee, die ich davon hatte, war ein Stricktreffen in Groß mit ein paar Workshopangeboten und ein paar Möglichkeiten (aber nicht zu viele) zum Wollekauf. Dass man mal die Leute, die man sonst nur virtuell kennt, mal im RL sieht. So hatte ich den Eindruck von dieser Bloggerin Die Farbe Ev, diesem Blogger Menknit oder auch von dieser Bloggerin Klabauterwolle. Aber das war nur mein Eindruck.

Mein Eindruck am Eingang sitzend war auch grundsätzlich große Zufriedenheit. Viele strahlende und fröhliche Gesichter zogen zwei Tage an mir vorbei, manche bedankte sich auch extra nochmals bei uns für die gelungene Veranstaltung.

Klar, wir sind alle Menschen und machen auch Fehler, kommt vor, kann passieren. Es ist mit Sicherheit nicht alles perfekt gewesen, aber wer will denn das schon?

Dass die Betonköpfe der Stadtverwaltung partout von ihrer 1000jährigen Bestuhlung nicht abweichen wollten, konnte die Organisatorin nicht ahnen, dass ihr Mann kurz vor dem Meeting noch schwer krank wurde, tja, da war meine Kristallkugel leider kaputt. Sie war auch ebenso kaputt, als kurzfristig zwei Händler absprangen, um ein eigenes Ding aufzuziehen (warum immer diese Stutenbissigkeit, teilen wir nicht alle ein Hobby?). Und noch so manche andere Dinge konnte mir meine Kristallkugel leider nicht zeigen, weil wegen out of function. Jaaa, ich wünsche mir zu Weihnachten eine neue.

Gut, sonntagmorgen ist der Saal noch recht leer, aber wird sich bald füllen. Wer gute Augen hat, wird erkennen, dass auf den Tischen von mir und meinen Mitstreiterinnen liebevoll die Tütchen mit den Maschenmarkierern und Schlüsselanhängersöckchen verteilt wurden (es gibt Leute, die behaupten, sie wüssten besser, was ich getan habe als ich selbst):


Was meine Mitstreiterinnen und ich allen, die es geschafft haben, uns eine Frage zu stellen, empfohlen haben, war die Empore, von der man einen tollen Blick über das Geschehen hatte - und auch hier sieht man deutlich die verteilten Tütchen (ich möchte drauf hinweisen):


Unübersehbar im Foyer, aber spätestens beim Toilettengang deutlich zu erkennen, stand der Yarnpool. Jede, die es interessierte, erklärten wir, was es damit auf sich hatte. Das Garn war zur Verlosung gedacht, die Verlosung fand jeweils Samstag und Sonntag statt und jedes Mal konnte ich die Verkündigung der Gewinnerinnen noch deutlich an der Eingangstür hören - und ich bin nicht für ein gutes Gehör bekannt:


Alles in allem fuhr ich mit einem guten Gefühl am Sonntag nach Hause und wurde eines Besseren belehrt. Ich habe zwei Theorien aufgestellt, wie das wohl möglich sein kann.

Entweder, die zufriedene Masse ist auch die schweigende Masse, die sich nicht damit aufhält, Kackvögel mal in die Schranken zu weisen. In diesem Falle würde ich mir so manches Mal den vom Brionikanzler seinerzeit heraufbeschworenen "Aufstand der Anständigen" mal echt wünschen. 

Oder es ist ein typisch deutsches Phänomen, wie es auch meine Freundin die Lehrerin mir beschrieb: Die Schüler sind bis zum Verlassen des Bus noch zufrieden und glücklich mit ihrer Klassenfahrt, aber anschließend geht das Gemaule los. Da stellt sich mir wie so oft die Frage, warum man Unstimmigkeiten nicht direkt klärt. Aber auch das erlebe ich tagtäglich in meiner Arbeit. Der unzufriedene Urlauber schafft selten mal den Weg zum Reiseleiter, nein, der macht lieber die halbe Verwandtschaft in Deutschland jeck einschließlich Reisebüro, die dann den Veranstalter in Deutschland nerven. Ein Gang zum Reiseleiter könnte so manches Problem direkt und unkompliziert lösen. Ist aber scheins zu einfach. 

Back to topic: Zurück in der eigenen Wohnung musste ich mit Erstaunen feststellen, dass viele Leute noch niiiieeee (wie sie selbst betonten) auf einem Ravelry Meeting gewesen waren, aber alle gaaaanz genau wussten, wie das denn abzulaufen hat (frage mich bitte keiner, wie das geht, wahrscheinlich funktionierten die Kristallkugeln bei diesen Damen besser). 

Als erstes erstaunte mich das Grüppchen Spinnerinnen, die mir sonntagnachmittag gegen kurz nach 17 Uhr gemütlich aus der Halle schlendernd am Catering-Metzger begegnete, dort noch gemütlich etwas zu sich nahm und nach Hause fuhr, um sich kurze Zeit später aufzuregen, sie wären 2 Stunden (offizielles Ende war 18 Uhr) vor offiziellem Ende aus der Halle geworfen worden. Hm, wie geht das? Und vor allem wurde sich lautstark über den Metzger ausgelassen, das Essen sei ja sooo schlecht gewesen - jo schlecht genug, dass man alle zwei Stunden draussen war und sich durch das Sortiment gegessen hat. Und vor allem auch noch draussen Kaffee holen? Gibbet keinen Kaffeeservice?

Dann gab es die Klagen, für 18 Uhr Eintritt gab es nur einen Stuhl, ein Stück Tisch, ein Dach über dem Kopf und ein sauberes Klo (kleiner Trost: Das bekommst du nächstes Jahr alles für 15 Euro). Manche Leute müssen wohl ziemlich taub, stumm, blind, im Delirium und an den Stuhl angetackert zwei Tage lang gesessen haben, denn die haben NIX mitbekommen. Es war nie jemand da, der Fragen beantworten konnte (da sassen drei am Eingang, war aber Geheimtipp, also pssssttttt!!!), es gab keinen Yarnpool (siehe oben), es gab keine Verlosung (ich hörte sie wie bereits erwähnt). Und dabei sass man direkt vor der Bühne. Hm, war da vielleicht auch jemand auf der falschen Veranstaltung (Ball der für alles zu schüchtern/dämlich/faul/sonstwas Seienden)???

Es gab zwar auch welche, die ihre Zufriedenheit äusserten, leider wurden und werden nach wie vor diese von den Kackvögeln gnadenlos niedergeschrieen. Es gab wüste Behauptungen, dass die Schlüsselanhängersöckchen im Laden verkauft worden wären - die Fotos oben zeigen das Gegenteil - im übrigen dazu Danke an die Vernünftige, die anführte, dass man sich daran wohl kaum bereichern könnte. Es lebe der gesunde Menschenverstand. Wie schon erwähnt, wir machen alle Fehler, es ist mit Sicherheit nicht alles perfekt gelaufen, aber bitteschön: Muss man denn als Veranstalter ALLES für die Teilnehmer übernehmen? 

Bei manchen hatte ich den Eindruck, sie wären gerne den ganzen Tag ans Händchen genommen worden, überall hingeführt, alles erklärt, zur Toilette geleitet, ans Atmen erinnert, zu Gesprächspartnern geführt worden, inklusive Essen vorkauen und vorverdauen. Sorry, der Nannyservice hatte an dem Wochenende leider Gewerkschaftspause. 
Ich frage mich in diesem Zusammenhang, warum man (Definition für "man" nach Konrad Duden siehe hier: Duden) nicht ein wenig Eigenintiative von allen Beteiligten erwarten kann. Ein wenig umsehen, man sieht sogar ein mit Wolle gefülltes Gummiboot, man sieht drei Hilfsbereite am Eingang sitzen, ein Organisatorin durch die Halle wetzen, oder auch einfach mal viiiiiiele andere Mitstrickerinnen, mit denen man eigentlich leicht ins Gespräch kommen könnte - wenn man/frau wollte.

Schade, dass sich ein positiver Eindruck und ein gutes Gefühl durch eine Handvoll Kackvögel so trüben kann. Bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang, dass es keine dieser Vögel mal wagt, selbst ein Meeting auf die Beine zu stellen - und dabei tönen sie groß in ihren Blogs, sie könnten es auf jeden Falle besser. Nur zu: Ab 2014 sind noch Vakanzen frei, fühlt euch frei, mal euer groß angekündigtes Können unter Beweis zu stellen. 

Es ist schade um die ganzen positiven Begegnungen, die tollen Strickprojekte, die an uns vorbeiflanierten, die sympatischen Aussteller (Wollmobil, Wolllust, Herr Paulitz, Wollsinn oder auch Bernd von Lanatura). Die Gedankenlosigkeit mancher Menschen kennt einfach keine Grenzen, denn das macht vieles kaputt. Sei es schöne Treffen, gute Ideen, Kurse u. ä. Die Aufzählung ist beliebig erweiterbar. 

Leider ist dabei nämlich meine Idee völlig untergegangen, den Mantel vom Jeck im Rän für einen guten Zweck zu versteigern. Nicht nur, dass keine auf unseren Aufruf, sich beim Guerilla Knitting zu beteiligen, nachgekommen ist, nein, die Gefahr, dass 

a) keiner mitbietet 
b) mir unterstellt wird, dass ich mir das Geld einstecke

viel zu hoch ist. In letzterem Falle sollten sich diejenigen schon mal einen guten Rechtsbeistand suchen. Aber braucht ihr nicht, ich lasse es schlicht und ergreifend. Das Mäntelchen wandert wieder in meine Wollkammer, bis mir was Besseres dafür einfällt (aber garantiert wird es für kein Ravelry Meeting mehr zur Verfügung gestellt):


In diesem Zusammenhang fällt mir dann mal wieder auf, wie sehr ich diese Stutenbissigkeit verabschäue. Manchmal beschleicht mich der Eindruck, es geht gar nicht darum, die Freude an einem gemeinsamen Hobby zu teilen, es geht nur darum, die anderen mit dem Teuersten/Tollsten/Chicsten/Sonstwas auszustechen und einfach nur von anderen was erwarten, aber bitteschön nicht die Hälfte des Weges einmal beschreiten wollen. Es sind mit Sicherheit nicht alle so (wird hier in keinster Weise behauptet), aber leider treten halt diese Kackvögel immer am lautesten zu tage und übertönen alles andere. 

Einziger Trost bleibt mir, dass in einem Jahr diese Kackvögel schon wieder alles vergessen haben und die nächste Veranstaltung zerreissen - denn niemand ist perfekt und auch dort wird es Ecken und Kanten geben. Ich werde mir diese sehr entspannt ansehen und demonstrativ sitzen bleiben, wenn alle zwei Stunden aufgefordert wird, die Sitzordnung (herrje) zu verändern, damit es auch den zu schüchtern/dämlich/faul/sonstwas Seienden auch auffällt, dass noch andere im Saal sitzen. 

Egal, wie man es macht, man macht es nie richtig. Irgendeiner schreit immer. Schade, dass die Mühen anderer immer so mit Undank abgestraft werden. Und da wundert man sich, dass es immer weniger engagierte Menschen gibt?

An dieser Stelle möchte ich mich hochoffizielle bei denjenigen entschuldigen, denen ich das jährliche Ravelry Meeting in Backnang weggenommen habe. Ja, ich habe die heilige Kuh geschlachtet, weil ich eigentlich dachte, es wäre eine gute Idee, dieses Treffen wandern zu lassen, damit mal jede die Möglichkeit hat, zu einem Treffen zu kommen. Hätte ich gewusst, dass wir es mit so vielen unselbständigen und undankbaren Kackvögeln zu tun bekommen, ich hätte es sein gelassen. Und hätte irgendwann mal meine Mäuse zusammengekratzt, um nach Backnang zu fahren. Tja, ich brauche doch eine neue Kristallkugel. 

Trotzdem danke ich auch allen, die zufrieden waren und positive Begegnungen beschert haben. Ohne euch sind diese Treffen inhaltsleer. Denn das ist doch eigentlich der Sinn des Ganzen: Einander treffen, austauschen, stricken, ein wenig Wolle kaufen ... 

Schauen wir den nächsten Events entgegen, wir werden sehen. 

Oh, natürlich habe auch ich die Einkaufsgelegenheit genutzt und Wolle gekauft - ich habe ja noch nicht genug *flöt*:

Und dann war da noch das Dankeschön, das ich für meine Arbeit an beiden Tagen bekommen habe (und auch das wurde den Helfern missgönnt):

Ich weiss ja, dass man als ehrenamtlicher Helfer nichts annehmen darf, aber mir hat man beigebracht, dass es sich gehört, sich zumindest bei Helfern zu bedanken. Es kann keiner erwarten, dass Helfer alles umsonst machen. Ansonsten sollte man die Helfer und Kursleiter mit einem Entgelt entlohnen, was sich logischerweise auf die Eintrittspreise auswirkt. 

Man möge Verständnis für meine harten Worte und Formulierungen aufbringen (dazu nur dies hier Art. 5 GG), aber teilweise hat mich das, was ich an Lügen und Mutmassungen sowie Forderungen in den letzten Wochen gelesen habe, nur noch wütend gemacht. Und irgendwann muss diese Wut auch raus. Sie ist jetzt raus, und für mich das Thema durch. Mögen es andere besser machen.

Samstag, 8. Oktober 2011

Rapante auf Reisen - Teil 1: Schottland

Mein Sommerurlaub mit meiner Freundin Ruth ist zwar schon gut zwei Monate her (wo ist die Zeit geblieben), aber endlich kann ich mich mal soweit sammeln, um darüber zu berichten.

Die 15-stündige Überfahrt von Amsterdam nach Newcastle habe ich - auch dank der ruhigen See - gut überstanden. Das Schiff war schon eine imposante Erscheinung:


Wir fuhren ein ganzes Stück am Hadrianswall entlang bis nach Schottland hin, an Glasgow vorbei, am Loch Lomond vorbei und am Ailean Donnan Castle - bekannt aus Highlander (war das der Film? Der andere fällt mir gerade nicht ein).


Dann ging es direkt hinter Ailean Donnan Castle über die Brücke auf die wunderschöne Insel Skye. Wunderschön grün und Lochs mit kristallklarem Wasser. Die Strände auch schön zum Verweilen (und Stricken). Fünf Tage haben wir auf der Insel verbracht, haben Schafe beobachtet, die überall grasten,


einen keltischen Brooch angeschaut (ein Turm, in dem im Notfall sich Dorfbewohner mit dem Vieh zurückziehen konnten),






haben uns Dunvegan Castle angesehen, der Hauptsitz des Clan MacLeod, mit einem wunderschönen Garten,







haben uns den Kiltrock angesehen (und den Wind um die Ohren fegen lassen),


die Black Houses uns angeschaut,





und waren am schönsten Platz für mich auf der Insel: am Fairy Glenn.

  
Ruth hat eine Freundin auf Skye, Sandy, die wir auch besuchten. Bzw. wir besuchten ihren Mann, da Sandy wegen einer Familiensache nicht da war. Sandy und Steve haben einen tollen Laden mit gebrauchten Büchern, wo wir uns dann auch erst mal richtig eingedeckt haben mit Lesestoff. Die beiden halten 3 Windhunde, 1 Huskymischling, Hühner, 2 Katzen, 1 Lämmchen und mehrere Papageien. Dazu kommen dann noch 5 Kinder, die aber alle schon aus dem Hause sind. Es ist schon eine interessante Begrüßung, wenn man ins Haus kommt, und 3 Windhunde springen an einem hoch und schnüffeln, während der Husky versucht, einem die Schnauze in den Hintern zu schieben. *g*

Krönender Abschluss unseres Aufenthaltes auf Skye war der Folkloreabend mit Musik, Gesang und Tanz sowie die Highland Games. 






Wobei ich zugeben muss, dass ich die Tänzer und Musiker weitaus interessanter fand, als die Baumstammschubser. *g*

Nach der Insel Skye fuhren wir über den Applecross-Pass und weiter bis nach Ullapool. Am Little Loch Broom haben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang erlebt. Das Licht- und Schattenspiel auf den umliegenden Bergen war einfach nur schön. 







Irgendwo im Nirgendwo zwischen Applecross und Ullapool fanden wir ein Häuschen, in dem Wolle und Spinnfutter und Co. angeboten wurden. Der Inhaber war ein ca. Mitte 70-Jähriger, der fröhlich pfeifend an einem seiner großen Webstühle vor sich hinwebte, während wir Wolle, Strickwaren und anderes in seinem Laden bewunderten. Hinter dem Häuschen war eine gefilzte Jurte, die man nächteweise mieten konnte. 

Weiter ging die Fahrt am Loch Ness vorbei (und nur vorbei) bis hin zum Glenn Cannich. Dort haben wir uns auf einem Campingplatz für einige Tage eingerichtet, und hatten direkt am ersten Abend Glück. Denn an diesem Abend fand dort ein Live-Musik-Event mit zwei ganz sympatischen Musikern bzw. eine Musikerin (Geige) und ein Musiker (Gitarre und Drums) statt. Es waren nicht nur Leute vom Campingplatz dort, auch viele Bewohner aus dem anliegenden Ort kamen, um den beiden zu zuhören. 

Glenn Cannich hat ein wunderschönes Waldgebiet, wo wir auch ein wenig durchgelaufen sind. Wir haben uns das Culloden Battlefield und die Steinkreise von Clava Cairn angeschaut.










Gestrickt habe ich auch fleissig. Es sind drei Paar Socken und ein Pulli entstanden. Der Pulli ist aus handgesponnener Wolle, die Zopfmuster habe ich selbst zusammengestellt. Eine schöne wärmende Erinnerung an einen tollen Urlaub. 







Fazit: Urlaub wie er mir gefällt. Viel gesehen, gestrickt und Spass gehabt. Das machen wir nächstes Jahr auf jeden Fall wieder.